25.9. 2018 19.15 Kinderhospiz Netz – Sendung Radio Sol ( Ukw 95,5 und 105,1)

Geschrieben am 23.09.2018

Am 25.9.2018 um 19.15 zu Gast im “ Salon Braun“ Gründerin und Obfrau des Vereins Kinderhospiz Netz Sabine Reisinger

5000 Kinder in Österreich sind lebensbegrenzend erkrankt. Alleine in Wien und Umgebung sind 800 Kinder lebensbedrohlich erkrankt. Mehr als 400 Kinder sterben jährlich in Österreich.

Die Bedürfnisse von schwer erkrankten Kindern unterscheiden sich sowohl im Krankheitsbild als auch in der Begleitung jenen von erwachsenen Patienten. Diese Kinder und deren Familien brauchen Unterstützung, dies in jeder Hinsicht. Nach wie vor sind die Betreuungsmöglichkeiten für lebensverkürzend erkrankte Kindern sowie Jugendlichen in Österreich unzureichend.

Sehr wichtig sind hier Initiativen wie jene des von Frau Sabine Reisinger im Jahr 2005 gegründeten Vereins „Kinderhospiz Netz“, in welchem neben Angestellten auch viele ehrenamtliche Mitarbeiter viel wertvolle Arbeit leisten.

Das Kinderhospiz Netz begleitet von der Diagnose bis über den Tod hinaus, daher die Eltern werden auch in der Trauerphase nicht alleine gelassen. Während Erwachsene sich oft nur tageweise in einem Hospiz aufhalten, kann dies bei Kindern/ Jugendlichen Jahre sein. Die Mitarbeiter des Kinderhospiz Netz besuchen die Familien zuhause, sie machen Unternehmungen mit den Kindern. Der Verein schickt auch Mediziner zu den Familien, die Tätigkeiten wie die Setzung von Magensonden vornehmen, welche die Familie nicht selbst machen kann. Muss das Kind ins Spital, so wird es auch dort von dem Verein Kinderhospiz Netz besucht. Seit 2016 verfügt das Kinderhospiz Netz auch über ein Tageshospiz. Das Tageshospiz ist mit allem ausgestattet was schwerkranke Kinder benötigen (zum Beispiel Sauerstoff oder Absaugegeräte).

Die Tätigkeit des Kinderhospiz Netz ist für die Familien mit keinen Kosten verbunden.

Das Kinderhospiz Netz ist für seine Tätigkeit auf Spenden angewiesen!!
Ihre Spende für das Kinderhospiz Netz ist steuerlich absetzbar! Erste Bank IBAN: AT23 2011 1825 4479 3000, BIC: GIBAATWWXXX

Infos zum Verein Kinderhospiz Netz, finden Sie auf

http://www.kinderhospiz.at/

Presseinfo Kinderhospiz Netz:

http://www.kinderhospiz.at/wp-content/uploads/kinderhospiz.at/KinderhospizNetz_Pressetext_20161.pdf

Hospiz und Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene in Österreich allgemein:
Der Pflegebereich ist Teil des Sozialwesens und liegt damit in der Kompetenz der einzelnen Bundesländer beziehungsweise der Sozialversicherungen.

Die Betreuung von schwer erkranken und sterbenden Kindern und ihren Familien läuft zu einem großen Teil über Spenden.
Mit 31. Dezember 2016 stellt sich der Status quo der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene wie folgt dar ( Info Homepage Dachverband Hospiz https://www.hospiz.at/hospiz-palliative-care/hospiz-und-palliative-care-fuer-kinder-jugendliche-und-junge-erwachsene/
• Mobile Kinder-Palliativteams: 11 Teams in den Bundesländern Kärnten (im Aufbau), NÖ (4 Teams, OÖ, Salzburg, Steiermark (2 Teams), Wien (2 Teams) – Bedarf: mind. 1 Team je Bundesland, d.h. aktuell fehlen in 3 Bundesländern diese Teams
• Kinder-Hospizteams: 9 Teams in den Bundesländern Burgenland, NÖ, OÖ, Salzburg, Steiermark (2 Teams), Vorarlberg, Wien (2 Teams) – Bedarf: mind. 1 Team je Bundesland, d.h. aktuell fehlt in 2 Bundesländern dieses Unterstützungsangebot
• Stationäres Kinder-Hospiz: eine Einrichtung mit psychosozialer Ausrichtung im Burgenland und ein Kinder-Hospizplatz in NÖ – Bedarf: 2 bis 3 Standorte in Österreich
• Pädiatrische Palliativbetten: 1 Standort mit 3 Betten in NÖ – Bedarf: pädiatrische Palliativbetten an jeder Kinder-/Jugendabteilung (dzt. 43 Abteilungen in Österreich)
Zusätzlich werden Entlastungsangebote dringend benötigt.
Betreuung 2016 (Auswahl)
Im Jahr 2016 haben die elf Mobilen Kinder-Palliativteams in Österreich 268 erkrankte Kinder und Jugendliche sowie ihre Familien betreut.
Im Jahr 2016 haben die neun Kinder-Hospizteams in Österreich insgesamt 221 Familien begleitet, sowohl erkrankte Kinder und Jugendliche als auch deren Geschwister und Eltern.
Finanzielle Situation von Familien mit einem schwer erkrankten Kind:
Eltern die ihre schwer erkrankten Kinder pflegen, können meist keinem Erwerbsleben nachgehen, dies bedeutet weniger/ kein Einkommen, und auch einmal keine oder nur eine geringe Pension.
Nach vielen Jahren der Pflege ist ein Wiedereinstieg ins Arbeitsleben meist nicht möglich.
Viele Familien mit lebensverkürzend erkrankten Kindern geraten hier durch in eine finanzielle Not und sind zusätzlich sehr belastet. Hier wäre meines Erachtens wirklich die Einführung einer finanziellen weiterführenden Unterstützung dringend geboten.
Derzeit gibt es für den pflegenden Angehörigen unter bestimmten Voraussetzungen und im finanziell sehr eingeschränkten Rahmen eine finanzielle Unterstützung für eine Ersatzpflege. Dies wenn die pflegende Person in etwa wegen eigener Erkrankung außer Stande ist die Pflege des erkrankten Kindes/ Angehörigen vorzunehmen.
Nähere Infos unter:

https://www.sozialministeriumservice.at/site/Finanzielles/Pflegeunterstuetzungen/Pflegende_Angehoerige/

Das Arbeitslosenversicherungsgesetz sieht für die Fälle der Pflege eines nahen Angehörigen eine Verlängerung des Zeitraums, während dem die erforderlichen Versicherungszeiten vorliegen müssen, um die Zeiten der Pflege vor.

https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/36/Seite.360551.html

Personen, die ein behindertes Kind unter überwiegender Beanspruchung ihrer Arbeitskraft in häuslicher Umgebung pflegen, können sich in der Pensionsversicherung selbstversichern.
Der versicherten Person erwachsen dabei keine Kosten; die Beiträge werden aus dem Ausgleichsfonds für Familienbeihilfen vom Bund bezahlt. Diese Selbstversicherung bietet daher die Möglichkeit, kostenlos Versicherungszeiten zu erwerben.

Sie kann auch dann beantragt werden, wenn bisher noch keine Pensionsversicherung bestanden hat.

http://www.pensionsversicherung.at/cdscontent/?portal=pvaportal&contentid=10007.707787&viewmode=content

Bei einem schwer erkrankten Kind ist die Familienbeihilfe erhöht.

Diese Leistungen decken aber nicht einmal annähernd den finanziellen Mehrbedarf dieser Familien. Auch sollte der mit der Pflege einhergehende größere Raumbedarf ( Pflegebett etc.) Berücksichtigung finden.

Literaturempfehlung:„Eine Reise ins Leben oder wie ich lernte, die Angst vor dem Tod zu überwinden“- Saskia Jungnikl
„Eine sonderbare Stille“- Katharina Schmid

 

 
Haben Sie weitere Fragen, dann wenden Sie sich bitte an Rechtsanwältin Mag. Katharina Braun unter office@rechtsanwaeltin-braun.at