Rechtsanwältin Mag. Katharina Braun
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Stillstand in der österreichischen Frauenpolitik, Wutrede von Rechtsanwältin Katharina Braun

Wir Frauen brauchen zum internationalen Weltfrauentag keine Beteuerung unserer Tüchtigkeit. Keine Brötchen, keine Blumen, keinen Sekt. Sondern endlich ( politische) Taten. In der Frauen/ Familienpolitik ist Stillstand eingetreten!, vielmehr droht ein Backlash in tradierte Rollenmuster, daher eine Verschlechterung der Lebenssituation für Frauen.

 

Frauenkundgebung 4.3.2021 Minoritenplatz vor dem Frauenministerium

 

Wutrede der Wiener Rechtsanwältin Mag. Katharina Braun

 

https://www.youtube.com/watch?v=J3fQ1MIgfGQ

 

Angeführt wurde die Initiative der Frauenkundgebung vom Verein Feministische Alleinerzieherinnen ( FEM.A, Obfrau Andrea Czak),  dem Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF, Maria Rösslhumer) und dem Österreichischen Frauenring (ÖFR, Vorsitzende Klaudia Frieben).

 

Traurig: Die Familienministerin Susanne Raab ( in der breiten Bevölkerung bis dato mangels Aktion unbekannt) scheint für Frauenangelegenheiten kein Gehör zu haben, und gibt dies auch gar nicht vor. So blieb diese und auch eine Vertretung aus dem Frauenministerium der Frauenkundgebung, welche unmittelbar vor dem Ministerium statt fand, trotz mehrmaliger Einladung fern.

 

Viele  Frauen, insbesondere alleinstehende Frauen,  sind in Österreich von Armut betroffen. In Österreich liegt die Armutsgrenze bei netto € 1.060,– ( 14 mal im Jahr).Die durchschnittliche Pension liegt mit € 1.028,- unter dieser Grenze, wobei die österreichischen Frauen im Durchschnitt um 34 % weniger Pension als die Männer erhalten.

 

Teilzeit ist weiblich, während die Teilzeitbeschäftigung bei Männern nach wie vor von geringer Bedeutung ist ( 2019: 10,7 Prozent, arbeiten 47,7 Prozent der erwerbstätigen Frauen Teilzeit.

In die Pensionsbemessung fließen seit der Pensionsreform im Jahr 2004 auch schlechte Erwerbsjahre. Teilzeitarbeit ist eine Armutsfalle.

Es bedarf  u.a. endlich ( wie bereits seit Jahrzehnten gefordert)

 

  • eine bundesweite kostenlose Kinderbetreuung
  • ein verpflichtendes Pensionssplitting ( dies zum Ausgleich der Pensionsgutschriften) für Ehepartner, dies für die gesamte Ehedauer, nach deutschem Vorbild
  • einen Betreuungsunterhalt, für die Lebensgefährtin, dies zumindest für die ersten drei Lebensjahre eines gemeinsamen Kindes. Dies wenn im Zuge der Betreuung des Kindes, was meist der Fall ist, die Erwerbsmöglichkeiten der Lebensgefährtin beschränkt sind. Einen derartigen Betreuungsunterhalt gibt es ebenfalls bereits in Deutschland
  • es bedarf endlich der Einführung einer Kindesunterhaltsgarantie:

Voraussetzung für die Gewährung von Kindesunterhaltsvorschuss durch den Staat ist, dass ein Exekutionstitel überhaupt besteht. Die  Unterhaltsverfahren können sich jedoch sehr in die Länge ziehen, und bringt den kinderbetreuenden Elternteil, meist Mütter, in eine sehr prekäre Situation. Es sollte daher bereits in dieser Phase eine Kindesunterhaltssicherung im monatlichen Ausmaß des einfachen Regelbedarfs geben. Beim Regelbedarf handelt es sich im den von der Statistik Austria festgestellten Durchschnittsbedarf eines Kindes. Diese Forderung der Kindesunterhaltssicherung wurde schon mehrfach vorgebracht, bis dato jedoch ergebnislos.

  • einer Reform des Kindesunterhaltsrechts. Dieses ist nicht nur unübersichtlich gestaltet, sondern auch nicht gerecht. Der Regelbedarf wird jährlich nur indexiert, die Kinderkostenstudie welche dem Regelbedarf zugrunde liegt stammt aus dem Jahr 1964. Der Warenkorb hat sich seither enorm geändert. Der Regelbedarfsatz für ein 14 Jahre altes Kind beträgt  aktuell 402 Euro. Laut einer Referenzstudie der Schuldnerberatung liegt der Bedarf eines 14 jährigen Kindes mit 840 Euro mehr als doppelt so hoch.

 

 

Empfehlenswert:

https://www.diedohnal-film.at/ von Regisseurin Sabine Derflinger

https://www.youtube.com/watch?v=vXNWglWoQIM Unsichtbare Frauen, deutsche Kabaretistin Carolin Kebekus

https://www.youtube.com/watch?v=LtwJFoSg96I

Film, die göttliche Ordnung, über den Kampf für die Einführung des Frauenwahlrechts in der Schweiz

Gender Pay Gap: Warum es GUTE GRÜNDE für die Lohnschere gibt – Moment mal mit Barbara Blaha

Buch: Unsichtbare Frauen. Wie eine von Daten beherrschte Welt die Hälfte der Bevölkerung ignoriert. Caroline Criado Perez

 

 

Buch: Isabel Allende Was wir Frauen wollen